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5. Teil Uganda: Kibale Forest National Park – Schimpansen Tracking im Regenwald

12. Juni 2012
4. Teil Uganda: Murchinson Falls National Park – Eine Bootsfahrt mit Folgen
10. Juni 2012
6. Teil Uganda: Queen Elisabeth National Park
14. Juni 2012
 

11. Juni 2012: Lauwarmer Regen im Urwald oder Schimpansen Tracking der anderen Art

N ach gefühlten 2 Stunden Schlaf, kommt um 6 Uhr der Wake-up Call. Mit frischem Kaffee! Wenige Minuten später taucht der Water-Boy auf. Fließend Wasser gibt es nicht – aber das Bringen des Warmwassers klappt super. Bei 22 Liter für 2 Leute sind wir erst mal misstrauisch – aber es reicht. (Sogar für Mädchenhaarewaschen!)

Im der Dämmerung tapsen wir zum Frühstück. Dort hören wir wie Willi den Motor des Landis aufheulen läßt. Ein klaren Signal für „He beeilt Euch!“ Heut bin ich etwas missmutig. Wir hatten uns im Vorfeld über Internet die Lodges ausgesucht – und nun sehen wir auch diese nur wieder im Dunklen. Toll! (abgesehen davon, dass wir uns in einer nicht gebuchten Lodge befinden)

Kurz nach 7.00 geht’s los – das Schimpansen Tracking fängt um 8.00 Uhr an. 10 min später sind wir am Gate des Kibale Forrest. Da sind wir auch die ersten Touris. Und warten. Danke Willi!!!

Es folgt ein kurzes Briefing. Dann heißt es Hosen in die Socken stecken. Mann, das sieht mal beschissen aus… Aber Ameisen am Bein sind wahrscheinlich noch beschissener. Nach 10 min Fahrt, werden wir im Forrest mit 2 Holländern und einer Kanadierin abgeladen. Unser Ranger führt uns mitten in den Wald. Hier sind die Bäume riesig. Schimpansen Tracking ist ein wenig anstrengend – man schaut halt die ganze Zeit nach oben.

 

Auf einmal wird der Guide ganz aufgeregt. Da oben! Wir schauen hoch und entdecken einen Schimpansen-Hintern in ca. 15 m Höhe. Okay, ehrlicherweise sehen wir einen schwarzen Punkt … trotzdem sind wir beeindruckt! Der schwarze Punkt hat aber keinen Bock auf uns und verschwindet weiter nach oben.

Nach Sichten von weiteren schwarzen Punkten, fängt es an zu regen. Aber nur an einer Stelle. Die Holländerin und ich schaun uns an „na ja, ist halt Regenwand“… Die Verwunderung hält nicht lange. Der Guide macht uns nämlich darauf aufmerksam, dass wir gerade untern Schimpansen Klo stehen…

Dann hört unser Guide über Funk von einem Schimpansen Opa, der sich auf dem Boden befindet. Wir rennen los. Durchs Gestrüpp, über Äste und unter Ästen durch. Da sitzt er! Doch bevor wir fotografieren können, macht sich auch dieser wieder vom Acker. Wir rennen hinterher. Bis Mr. Oberaffe entnervt auf den Baum verschwindet. Kenn jemand das Lied: „Die Affen rasen durch den Wald“? Komplett falsch! Richtig ist: Die Touris rasen durch den Wald!



 

Aber die Rennerei lohnt sich: Bald sehen wir die Affen auf dem Boden – oder fotogen in den Bäumen sitzen. COOOOOL! Wir dürfen zuschauen, wie sie sich gegenseitig das Fell pflegen, umarmen oder einfach Grimassen schneiden. Uns bleibt der Atem weg – so beeindruckt sind wir!

 

Nach 3 Stunden geht’s in die Lodge. Auch wieder ein neues Erlebnis: Eine Lodge bei Tageslicht!

 

Nachmittags nehmen wir am Swamp-Walk teil. Ein Spaziergang durch die Sümpfe um die kleineren Affen zu sehen. Die hauen nämlich aus dem Kibale Forest ab, weil sie dort von den Schimpansen gefressen werden. Chris sieht sich vor einer neuen Herausforderung: Affen knipsen ist echt beschissen! Entweder man erkennt schwarzen Affen im dunklen Blätterwald nicht oder Affe sitzt im Gegenlicht oder springt von Ast zu Ast. Chris flucht und kämpft mit seinem Fotoapparat. Und eine Ehefrau, die auch noch ständig auf irgendeinen Affen zeigt: „oh fotografiere doch mal den!“ macht es nicht besser.

 

Die Landschaft ist wunderschön. Der Wege führt durch Wälder, Tabak-, Kakao- und Reisfelder und schließlich durch die Wetlands. Wir treffen viel Bauern, die unseren Guide ständig nach den Baboons fragen. Denn die meisten müssen hier tagsüber ihre Felder bewachen, damit diese nicht leergeplündert werden. Das Verhältnis zu den Baboons ist daher nicht das allerbeste.

 

Nach 3 Stunden kommen wir müde, verschwitzt aber total Glücklich im Kibale Forrest Camp an. Bisher unsere beste Lodge – und wir würden jederzeit wieder dort übernachten.

Marktleben und -treiben


„Im Schutzgebiet des Bwindi-National Park hält sich mit 400 Tieren, nach der letzten Zählung von 2012, ungefähr die Hälfte der heute noch lebenden Berggorillas auf. Die bedrohte Art ist in Uganda noch im Mgahinga-Gorilla-Nationalpark im Gebiet der Virunga-Vulkane geschützt. Weitere Gruppen leben in der Nähe in Ruanda und in der Republik Kongo.”

12. Juni 2012: Ein Plan ist ein Plan oder Uganda oder Kongo, was ist schon der Unterschied...

Nach dem Frühstück geht es weiter Richtung Queen Elizabeth NP. Der erste Stop ist Fort Portal. Willi fährt uns in irgendeine Gasse, hält an und meint wir sind da. DA? Wo da? Dann entdecken wir ein Schild mit unserem ungandischen Reiseveranstalter. Chris ist schon leicht pissed, denn er hätte gerne vorher gewußt, dass wir dorthin gekarrt werden.

Drinnen empfängt uns jemand, der eindeutig nicht George ist. Wahrscheinlich hat der gar keinen Bock auf uns und hat sich verkrümelt. Nicht-George ist ebenfalls genauso wenig verhandlungsbereit: Willi sei der „beste Mann“ (oh jeee.. wie mögen dann die anderen sein), Änderungen kommen in Afrika eben vor und wir sollen zufrieden sein, dass wir nicht noch gegebenenfalls draufzahlen müssen. Ich sehe wie Chris´ Hals langsam anschwillt.

Dann zückt Nicht-George unseren Reiseablauf und wir vergleichen die einzelnen Punkte. Dreist wie wir sind, wollen wir wissen, WAS sich noch alles ändert. Dass wir nun 4 Tage in der Nkuringo Lodge sein werden, hatten wir schon zu Beginn der Reise erfahren. Angeblich hätte das aber keine Auswirkungen. Das können wir ungefähr zweieinhalb Minuten glauben. Dann meint Nicht-George unser Gorilla Tracking sei ja am 19.Juni. Äh nee! Am 17.Juni! Extra so geplant, damit wir eventuell ein zweites machen können. Nicht-George ist nicht verhandlungsbereit. Wir haben zwar einen Voucher für den 17. – daraus können wir aber bestenfalls einen Papierflieger basteln…

Chris steht auf und verlässt die Agentur (besser so, sonst wäre ein Unglück geschehen). Ich gebe mein Bestes – das beeindruckt Nicht-George Null, Niente, Nada. Da wir weder eine Mordwaffe besitzen – noch Freunde bei der Mafia haben, gehen wir megamäßig angefressen.

Willi muss noch was erledigen, also werden wir in Fort Portal freigelassen. Für Einkäufe ist die Stadt optimal. Besonders schön ist sie nicht, aber hat geteere Straßen und sieht ansonsten sauberer aus als Hoima und Gulu. Wir erstehen u.a. zwei Bottles Moskito Repellent (eine Sorge weniger). Dann geht’s weiter.

Chris versucht nun die ganze Zeit schon unseren deutschen Reiseanbieter zu erreichen. Forget it. Er schreibt eine deutliche SMS und zurück kommt: „Selbst Schuld, Sie haben schließlich der anderen Lodge zugestimmt. Außerdem können wir ja das zweite Gorilla Tracking vor dem ersten machen. Hier gibt es viele Möglichkeiten z.B. im Kongo. Kein Problem!“

Was der längere Verbleib in der Nkuringo Lodge mit dem Gorilla Tracking zu tun hat, verstehen wir (noch!!!) nicht. Was uns ins Auge sticht ist DER KONGO??? Da ist der der Park doch wegen Kriegshandlungen geschlossen?

Zurück kommt per SMS: „Der Kongo ist sicher, ich hatte erst letzte Woche Touristen dort“.

Unser Vertrauen ist dahin. Ich schreibe eine HELP ME-SMS an Heinz (Bloke) er möge doch mal im Namibia Forum nachsehen. Das macht er offensichtlich auch umgehend und schickt uns folgendes: „Der Park ist wegen Kriegshandlungen bis zum 27. Juni geschlossen.“ (nochmal 1000 Dank)

Hilflos vor Wut quillen uns kleine Rauchwölkchen aus Nase und Ohren. Bis zum Äquator. Den wollen wir uns nicht vermiesen lassen (soooo oft ist man ja nicht da). Und schießen – wie wohl alle Touris – Fotos wie die Irren.

 

Der Queen Elizabeth Nationalpark

Gegen Mittag erreichen wir die Kingfisher Lodge, die etwas außerhalb vom Queen-Elizabeth-Nationalpark liegt.

Der Queen-Elizabeth-Nationalpark (QENP) liegt im Westen Ugandas. Er besteht seit dem Jahr 1952. Der Park hat eine Größe von ca. 2000 km² und grenzt im Westen an den Eduardsee und den Virunga-Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo, im Norden an das Ruwenzori-Gebirge. Am besten erschlossen ist das Gebiet um das Besucherzentrum auf der Mweya-Halbinsel zwischen Eduardsee und dem Kazinga-Kanal. Dieser fließt vom Georgsee im Osten zum Eduardsee im Westen des Nationalparks. Bei Bootsfahrten auf dieser natürlichen Wasserstraße bieten sich hervorragende Beobachtungsmöglichkeiten. In der Kingfisher Lodge bekommen ein Chalet mit traumhaftem Blick über die Landschaft! Innen ist es eher spartanisch eingerichtet. Ein Bett, Nischen in der Wand für Koffer. That’s it. Aber mit schönem Bad, warmen Wasser und Strom!

 

Gegen späten Nachmittag geht’s auf Gamedrive. Die Anfahrt zum Gate dauert ca. 30 min auf einer wirklich elendigen Straße. Wir fahren völlig aufgeregt durch den QENP und sehen nichts. Ein paar verstreute Antilopen – das war es. Völlig enttäuscht treten wir den Rückweg an. Da! Im Baum! Ein Löwe!!!! Angeblich gibt’s die baumkletternden Löwen nur in der Ishasha-Region und nicht hier– ist uns aber wurscht, denn da isser!!!


 

Irgendwie kommen wir wieder aus dem Park, ohne durch das Gate zu fahren und kehren wieder zur Lodge zurück. Das Abendessen ist okay – der Speisesaal hat was von einer gotischen Kirche (Spitzbögen), aber der Ausblick auf die Landschaft ist auch da genial!

Weiterlesen 6. Teil von Moskito Tracking in Uganda

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