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Costa Rica – Das grüne Paradies Mittelamerikas

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Finca Maresia in Bahia Drake, Costa Rica
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Als Selbstfahrer in Jordanien
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Costa Rica oder ein Paradies mit Hindernissen

Costa Rica ist nach New York und Mexiko nun der dritte Anlauf, den amerikanischen Kontinent für uns zu gewinnen. Auf unserer Rundreise gibt es jede Menge High- aber auch Lowlights - aber seht selber.

U nsere Reiseroute haben wir im Vorfeld mit einigen Freunden abgestimmt, die bereits in Costa Rica waren. Da wir aber nur 14 Tage zur Verfügung haben, mussten wir schon bei der Planung Schwerpunkte setzen bzw. Kompromisse eingehen, da wir in der zur Verfügung stehenden Zeit eben nicht das ganze Land in einem Rutsch entdecken können. Aber wenn wir begeistert sein sollten, würden wir eh noch einmal wieder kommen.

 

Unsere Reiseroute sieht in der Planung folgendermaßen aus:

- Tag 1: Flug von Stuttgart über Atlanta nach San José
- Tag 1/2: San José im Hotel Los Alemanes
- Tag 3/4: Nationalpark Tortuguero an der Karibik in der Rana Roja Lodge
- Tag 4/5: Nationalpark Vulcan Arenal in Carrara im Hotel Castillo Del Arenal
- Tag 6/7: Nationalpark Manuel San Antonio im Hotel Plaza Yara
- Tag 8/9: Fahrt nach Ojochal an der Costa Ballena mit Übernachtung in der Phidjie Lodge
- Tag 10-14: Nationalpark Corcovado mit Übernachtung in der Finca Maresia
- Tag 15: Savegre Tal mit der Übernachtung in der Paraiso Quetzal Lodge
- Tag 16: San José im Hotel Los Alemanes
- Tag 17: Rückflug nach Stuttgart

Unsere tatsächliche Reiseroute aufgrund der wetterbedingten Änderungen ist dann:

- Tag 3/4: Montezuma auf der Nicoya-Halbinsel im Hotel Los Mangos
- Tag 4/5: Cararra Nationalpark mit Übernachtung in der Cerro Lodge

 

Ein holpriger Beginn der Reise

Nach der Ankunft in Costa Rica fahren wir mit einem bestellten Taxi zu unserer ersten Unterkunft - das Hotel Los Alemanos in Provinz Alajuela. Um es kurz zu machen: Einmal und nie wieder.

Die Zimmer sind nicht nur klein, sondern auch sehr laut, da direkt an einer steilen Straße gelegen (die LKWs fahren gefühlt direkt durch unser Zimmer). Das größte Ärgernis sind aber die Betreiber des Hotels selbst. Obwohl es Auswanderer aus Deutschland sind, geben sie einem gleich ein schlechtes Gefühl, da sie die Verhältnisse, Zustände und Menschen in Costa Rica permanent schlecht reden. Sie haben auf uns wie frustrierte Auswanderer gewirkt, die es bereut haben, nach Costa Rica ausgewandert zu sein. So stellt man sich sicherlich nicht einen idealen Start in den Traumurlaub vor. Daher haben wir die letzte Nacht unserer Rundreise auch vor Ort storniert, weil wir unsere Reise nicht auch noch mit negativen Eindrücken beenden wollten.

Eigentlich ist es geplant, dass wir zuerst an die karibische Küste Costa Ricas reisen und anschließend zum Vulkan Arenal fahren. Beide Ziele müssen wir nun vorort wetterbedingt stornieren, weil es dort seit Tagen in Strömen regnet und somit eine Anreise teilweise unmöglich oder nur begrenzt sinnvoll ist. Daher schmeißen wir spontan unsere Pläne über Bord und fahren auf die Nicoya-Halbinsel nach Montezuma, um den Cabo Blanco Nationalpark zu besichtigen. In puncto Wetter hat es sich schon einmal gelohnt...

 

Bei der An- und Abreise zur Nicoya-Halbinsel nehmen wir jeweils die Fähre von Puntarenas - einfach um Zeit zu sparen. Außerdem ist ja eine Schifffahrt auch immer ein Abenteuer...

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Costa Rica: La pura vida!

 

Ein Strand- und Schnorchelausflug

Nachdem der Ausflug in den Cabo Blanco Nationalpark eher mäßig war - sprich, wir haben relativ wenig Tiere gesehen - buchen wir am nächsten Tag in Montezuma einen Schnorchelausflug zu der Isla Tortuga. Eine goldrichtige Entscheidung. Das Schnorchelerlebnis ist zwar nicht der Hammer, aber die Insel ist ein Traum. Auf der Insel bekommt man direkt ein Gefühl von Pura Vida vermittelt und der Strand ist traumhaft schön.

 

Der Cararra und Manuel San Antonio Nationalpark

Nachdem wir ein paar sehr entspannte Tage in Montezuma auf der Nicoya-Halbinsel verbracht haben, geht es nun wieder mit der Fähre zurück zum Festland, genauer gesagt an die Pazifikküste von Costa Rica. In dem Carara Nationalpark und Manuel San Antonio Nationalpark wollen wir endlich die berühmten Faultiere, Aras (Papageien), Brüllaffen und sonstiges Getier entdecken, wofür Costa Rica u.a. auch berühmt ist.

Der Carara Nationalpark besteht vorwiegend aus dicht gewachsenem Primärwald, dabei befindet sich im nördlichen Teil Trockenwald und im südlichen Teil Regenwald. Deshalb wird das Gebiet auch als Übergangswald bezeichnet. Besonders gut kann man Spitzkrokodile am Ufer des Río Tárcoles und die vom Aussterben bedrohten hellroten Aras im Park beobachten.

Der Manuel San Antonio Nationalpark ist mit sieben Quadratkilometern der kleinste Nationalpark Costa Ricas, zu ihm gehören sowohl die Palmenwälder am Pazifik als auch zwölf der Küste vorgelagerte kleine Inseln. Trotzdem ist der Park ein Touristenmagnet, weil er für seine vielen, nicht menschenscheuen Tiere bekannt ist. Neben über 350 verschiedenen Pflanzenarten gibt es dort 109 verschiedene Säugetierarten wie z:B. Faultiere, Weißrüssel-Nasenbären, Kapuzineraffen und Gürteltiere. Nahezu alle Reptilien der Pazifikküste sind dort anzutreffen wie z.B. Schwarzleguane, die man aus nächster Nähe beobachten kann. Im Park gibt es mehrere öffentliche Strände, an denen geschnorchelt werden darf. Wir belassen es aber beim Baden.

Noch ein Tipp: Ohne Guide geht in den Nationalpark gar nichts. Man kann sicherlich auch ohne Guide schön wandern gehen. Aber Tiere wird man nur mit Guide zahlreich sehen. Also wenn man denkt, man kann sich einen Guide "sparen", dann spart man wirklich an der falschen Stelle...

 

Land- und Streetscapes in Costa Rica

Bevor es weiter zum Corcovado Nationalpark geht , machen wir einem Zwischenstopp in Ojochal in der bezaubernden Phidjie Lodge, die von einem französischen Pärchen ganz herzlich betreut wird.

Viele Gebäude in den kleinen Städtchen entlang der Route passen sich der Landschaft an: Sie sind häufig farbenfroh und spiegeln so das freundliche Wesen der Einheimischen wieder. Das Fahren auf den Straßen ist relativ entspannt, da meistens kaum Verkehr ist. Unser Navi hat auch hervorragend funktioniert, so dass wir häufig beide die schöne Landschaft und die bunten Städtchen genießen können.

 

Unser Highlight - der Corcovado Nationalpark

Zugegeben, die Anreise zum Corcovado Nationalpark ist etwas beschwerlich. Als erstes fahren wir auf der Küstenstraße 34 bis Sierpe. Dort müssen wir unser Mietauto inkl. unser großen Koffer auf einem bewachten Parkplatz mit einem mulmigen Gefühl stehen lassn. Aber wir haben nicht die Wahl, weil die Weiterreise nur mit Boot und schmalem Gepäck erfolgt. Man kann die Bahia Drake Bucht im Corcovado Nationalpark auch mit dem Auto erreichen - jedoch ist das je nach Wetterlage meistens nur mit einem Allrad Fahrzeug inkl.Flussdurchfahrten möglich und das war uns im Vorfeld zu unsicher.

Der Corcovado Nationalpark liegt im westlichen Teil der Halbinsel Osa im Südwesten von Costa Rica und ist einer der besterhaltenen Regenwälder Costa Ricas. Der Corcovado Nationalpark bietet dreizehn unterschiedliche Ökosysteme. Das hauptsächlich von dichtem Tieflandregenwald, prämontanem Bergregenwald und Mangroven bewachsene Gebiet beherbergt eine große Anzahl von Tier- und Pflanzenarten, die an kaum einem anderen Ort der Welt bewundert werden kann: Es sind mehr als 500 verschiedene Baumarten, etwa 140 Säugetier- und 370 Vogelarten vertreten, weiterhin über 150 Orchideenarten, 120 Reptilien- und Amphibien sowie mehr als 6000 Insektenarten.

Die Bootsfahrt von Sierpe zur Bahia Drake Bucht dauert ca. eine Stunde und ist auch schon ein echtes Abenteuer, da es zuerst relativ zügig durch Mangroven besäumte Flussarme des Corcovado geht. Später begrüßt uns das offene Meer mit einem ordentlichen Wellengang.

Als wir am Zielort oder besser in der Zielbucht ankommen, müssen wir samt Gepäck und Wellengang aus dem Boot ins Wasser springen und zum Strand laufen. Dort begrüßt uns Juan von der Finca Maresia und fährt uns zur zauberhaften Lodge. Eine Oase im Dschungel.

Wir buchen während unseres Aufenthalts mehrere geführte Ausflüge in den Urwald (Sekundärwald) und einen Schnorchel Ausflug zum Reserva Biológica Isla del Caño.

Wir genießen unseren Aufenthalt und die Ausflüge sehr. Es ist definitiv DAS Highlight unserer Costa Rica Reise!

 

Von 30° Celsius auf Null - Unterwegs auf der Panamericana in den Los Quetzales Nationalpark

Wir verlassen schweren Herzens unsere geliebte Lodge, die Finca Maresia, und treten den Rückweg an: wieder zuerst mit dem Boot in Richtung Sierpe.

Am Zielort Sierpe angekommen, stellen wir erst einmal erleichtert fest, dass unser Auto inkl. Gepäck noch unberührt auf dem Parkplatz steht. Dann geht es auf der Panamericana, der N2, ins Hochgebirge auf über 3.000m. Die Fahrt ist zuerst ein echtes Highlight, weil wir bei schönem Wetter die grandiose Landschaft genießen können.

Das Wetter wird aber zunehmend schlechter und als wir an unserer Lodge, der Paraiso Quetzal angekommen sind, bekommen wir einen Kälteschock. Es sind gerade mal nur noch ein paar Grad über Null. Das ist scheinbar nichts Ungewöhnliches, denn unser Bett hat 4! Wolldecken und eine im Zimmer integrierte Badewanne mit Blick in die Landschaft - OK, bei uns mit Blick in die Wolken.

Bei Ornithologen und Vogelfreunden aus aller Welt gilt dieser private Abschnitt des Bergnebelwaldes des Los Quetzales Nationalpark als eines der besten Reviere, um den Quetzal zu beobachten.Bei dem Wetter ist aber nichts mit Vogelbeobachtung, sondern anstelle dessen geht es in die heiße Badewanne mit Ausblick.

Am nächsten Morgen begrüßt uns dann wieder die Sonne und wir sehen den grandiosen Ausblick in bergige Landschaft. Ein Wahnsinn. Und zudem hat das Hotel eine Futterstation für die vielen Kolibris. Auch wenn es nicht ganz so leicht ist, diese flinken Vögel zu fotografieren, entstehen ein paar sehr beeindruckende Bilder.

 

Cartago - ein lohnenswerter Abstecher

Bevor wir Costa Rica "Good bye" sagen, fahren wir weiter auf der Panamerikana aus dem Hochgebirge heraus. Wir beschließen spontan, der Stadt Cartago einen Besuch abzustatten. Nach San José unsere zweitgrößte Stadt, die wir auf unserer Route sehen.

Uns gefällt das "Städtchen" sehr, aber leider haben wir zu wenig Zeit, denn wir müssen zügig zu unserem Hotel in der Nähe des Airports weiterfahren. Schade.

 

Fazit Costa Rica: Ein faszinierendes Land mit grandioser Natur und freundlichen Menschen

Auch wenn das Wetter unsere Planung am Anfang über den Haufen geworfen hat, hat uns Costa Rica mit seinem ganz eigenen Charme in den Bann gezogen. Die beeindruckende Natur inkl. der vielen Tiere in den Primär- und Sekundärwäldern, und dass man beides zu Fuß für sich entdecken muss, macht den Urlaub zu einem Erlebnis. Jedoch hat uns das Land nicht so nachhaltig beeindruckt, dass wir ein zweites Mal hinreisen werden. Es ist echt komisch: Es war ein sehr schöner Urlaub, aber unser Herz hat das Land nicht erobert. ;-)

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