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Teil 3 Südafrika: Luxusleben auf der Hoyo Hoyo Lodge

11. Februar 2017
Teil 2 Südafrika: Miese Silvesterparty & Der beste Start ins neue Jahr (ever)
10. Februar 2017
Teil 4 Südafrika: There’s a Whirlpool on the Bridge!
12. Februar 2017
 

3. Januar 2017: Hoyo Hoyo Safari Logde

R oom Nr 4! Room Nr 4! quakt es aus dem Walkie Talkie – morgens um 5 Uhr! So hatte ich mir das freundliche Wecken nicht ganz vorgestellt. Aber ich bin zu müde, um gleichzeitig zu denken und mich anzuziehen. Und immerhin ist heute mein Geburtstag! Aber auch das ist um diese Uhrzeit völlig egal....

Wir starten zum Game Drive und sehen wieder die Rhinos – drei Stück auf einem Streich.

 

Als wir zum Frühstück gehen, werden wir von einem wichtig aussehenden Herren begrüßt. Er sagt uns zwar nicht, wer er ist, scheint aber etwas zu sagen zu haben. Ich frage nach WiFi, da sich bestimmt meine Familie bei mir melden will. Das gibt es wohl auf der gesamten Lodge nicht und er bietet an, dass uns jemand zur Imbali Lodge bringt, wo ich Internet und Telefon habe. Soviel Aufwand muss nun nicht sein und ich lehne dankend ab.

In der Mittagspause genießen wir den Pool und ein kleines Lunchbuffet (das allerdings keiner weiteren Erwähnung mehr wert ist, weil es qualitativ unterirdisch war). Ein wenig merkwürdig ist das uns das Personal ständig mit komischen Späßen erheitern will. Wir fühlen uns ein bisschen an unseren ersten gemeinsamen Afrika Urlaub in Kenya erinnert, wo man sich als Tourist, etwas gehirnamputiert vorkam.

Gegen späten Nachmittag startet der nächste Game Drive. Victor erhält über sein Walkie Talkie den Tipp das Mluwati Consession zu verlassen und in den Kruger zu fahren, weil Cheethas gesichtet wurden.

Tatsächlich sehen wir einen Cheetah gemütlich im Gras liegen. Leider ist er in der totalen Entspannungsphase und bewegt sich nicht. Etwas weiter sehen wir zwei Löwen, Elefanten und Büffel. Victor erzählt uns, dass die Guides sich untereinander benachrichtigen, wenn es etwas zu sehen gibt. Allerdings hat heute wohl ein Guide vom Hamilton Camp den Ratschlag ausgeschlagen und seine Gäste woanders hin gefahren. Pech, denn die haben außer ein paar Zebras und Antilopen nichts gesehen. Und das ist auch einer der Gründe, warum wir lieber selbst fahren. Klar, kann man die falsche Entscheidung treffen – aber dann haben wie sie getroffen und sind nicht abhängig von der Entscheidung anderer.

 

An diesem Abend essen wir alle gemeinsam – auch unser Victor ist dabei. Ein wirklich schöner Abend – auch wenn es sich nicht sehr nach Geburtstag anfühlt (oder vielleicht grade deshalb?). Wir müssen uns heute von den Schweizern verabschieden: die beiden wollen am nächsten Tag bis Mbabane (Swaziland) runter und wollen recht früh los. Schade, mit den beiden hatten wir echt Spaß!

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Elefantenparty!

 

4. Januar 2017: Hoyo Hoyo Safari Logde - Satara

E s regnet. Ich habe keinen Bock aufzustehen. Aber das Walkie Talkie quakt unerbittlich nach „Room Nr. 4“. Nachdem wir uns brav gemeldet haben, verlangt es gebieterisch „Room Nr.5“... ähhhh ... das sind nicht wir! Das sind die beiden Schweizer. Ich versuche das Missverständnis aufzuklären und werde direkt danach mit einem Ruf nach „Room Nr. 6!“ bestraft. Na toll...

Kaum sitzen wir auf dem Safaris Fahrzeug, wird der Regen stärker. Wir ziehen uns die Regenponschos an und sehen nun alle aus, wie große nasse Schildkröten. Doch unser tapferes Ausharren wird belohnt: wir sehen einen Leoparden. Wie geil! Leider ruft Victor seine Kollegen, die anderen Guides, - und schwupps stehen drei Autos um den Leo herum. Und weil noch ein viertes anrückt, müssen wir Platz machen. Genau in dem Moment, wo sich der Leo bewegt (hab ich schon erwähnt, dass ich weiß, warum ich Selbstfahrer bin?) Zum Glück sind die anderen Gäste nicht solche Leo-Fans wie wir und verschwinden schnell wieder. So dürfen wir den Leoparden, der inzwischen auf einem Termitenhügel liegt, wieder beobachten.

 

Irgendwann ist auch dieser Game Drive zu Ende und nach einem „Sunrise Coffee“ sind wir schnell wieder zurück auf der Lodge. Wir verabschieden uns von Victor, der seine Sache als Guide sehr gut gemacht hat. Dann treffen noch einmal kurz auf die Schweizer, die sich etwas ärgern, dass sie nicht dabei waren, als wir den Leo gesehen haben.

 

Leider regnet es weiter und die Außendusche bei Regen macht keinen Spaß. Ist auch irgendwie komisch, wenn man die Dusche verlässt und es kommt weiterhin Wasser von oben... Die Jungs von der Lodge holen das Gepäck aus unserem Zimmer und tragen es uns sogar bis in den Kofferraum. Die Getränke mussten wir auch nicht bezahlen – die waren offenbar inklusive (das wussten wir aber alle nicht). Obwohl die zwei Tage auf der Hoyo Hoyo ein wenig „fremdbestimmt“ waren, sind wir nun doch ein bisschen wehmütig, als wir die Lodge verlassen.

Vor allem unseren schlauen Guide vermissen wir, als wir die ersten Vögel sehen und trotz des schlauen Buches „Birds in Kruger NP“ nicht genau einordnen können.

 

Kurz danach sehen wir eine kleine Herde Elefanten. Auf einmal bekommen zwei der Herren offenbar Zoff miteinander. Der eine schiebt den anderen quer durchs Gestrüpp. Und damit ist die Rangordnung – oder die Frage „wer hat Recht?“ – ganz schnell geklärt. Cool! Zwar nicht für den Verlierer, aber für uns!

 

Gegen Nachmittag sind wir in Satara. Wir freuen uns darauf, denn die Hütten sind ganz schön und auch gut ausgestattet. Denken wir! Bzw. war es beim letzten Mal so. Nun haben wir Hütte mit „View“ – also eine Hütte am Zaun (G 165). Und die ist noch uralt. Klein, muffig und mies ausgestattet. Immerhin werden wir abends mit einer African Wild Cat belohnt, die durch die Gegend schleicht. Gefolgt von einer Südafrikanerin mit Taschenlampe. Da wir das arme Tier nicht auch noch behelligen wollen, lassen wir das mit dem Fotografieren. Das gilt allerdings nicht für die Hyäne, die den Zaun entlangschleicht. Als Chris knipst, hat er ein wunderbares Bild – vom Zaun!

 

5. Januar 2017: Satara

I ch bin unerbittlich... um 4:30 Uhr ist Gamedrive angesagt. Das Gebiet um Satara ist für Löwen bekannt. Und wir waren ja schon zweimal hier und hatten jeweils „Löwenglück“. Doch diesmal hat wohl das Schicksal entschieden, wir hätten genug gesehen. Zumindest, was Katzen angeht. Wir fahren bis zum Orpen Gate, trinken dort einen Kaffee und zurück. Da auch die anderen Tiere keinen Bock haben, ist das heute ein echt öder Gamedrive...

Auch abends sehen wir keinen einzigen Löwen. Dafür Büffel, Elefanten und tolle Landschaften. Denn die Wolken ziehen sich zu und tauchen die Landschaft in ein abartig geniales Licht. Hammer! Blöderweise ist Landschaftsfotografie im Kruger nicht angesagt. Werden Birder schon doof angeschaut – ist es als „Baumer“ noch schlimmer. Man kommt sich ziemlich bescheuert vor, wenn man auf die Frage „what do you see?“ antwortet, dass man Bäume knipst...

 

6. Januar 2017: Satara – Lower Sabie

M ein Bruder und meine Schwägerin haben mir zum Geburtstag einen Morning Walk geschenkt. Sehr sehr geil. Weniger geil finde ich die ganze Sache, als um 3:30 Uhr das Handy schrillt. Der Walk startet um 4:15 Uhr. „Himmel das ist jetzt nicht wahr“. Keine Gnade, wir müssen los.

Wir tapsen zur Rezeption und treffen dort auf die anderen (müden) Gäste. Insgesamt sind wir acht Leute und zwei Ranger. Bevor es losgeht, gibt es eine gründliche Einweisung und Befragung nach medizinischer Fitness. Ich fühle mich gar nicht fit (um diese Uhrzeit), beantworte aber alle Fragen brav mit „yes“. Dann geht es in das Safari Fahrzeug. Nach einer halben Stunde sind wir da. Im Gänsemarsch geht’s los. Schon irgendwie abgefahren, den Busch zu erlaufen. Wir sehen Zebras und Rhinos, die uns aber leider sofort riechen und ebenso schnell abhauen. Mist, wir hätten doch duschen sollen... Anhand von Spuren erklärt uns der Ranger, wo die Tiere hingelaufen sind und auch, dass aus Elefantenspuren im Matsch in der Regenzeit Wasserlöcher entstehen können.

Das Highlight des Walks ist eine Boomslang. Eine der giftigsten Schlangen Afrikas, Die so klein ist, dass ich eine Weile brauche, um sie zu erkennen. Wer beim Morning Walk auf die Mödertiererlebnis hofft, liegt sicher falsch – aber durch den Busch zu laufen, die Tiere zu hören und die Atmosphäre zu spüren, ist phänomenal!

 

Als wir zurückkommen ist es heiß. Kein Wind – keine Wolke am Himmel. Wir duschen, frühstücken, packen zusammen und dann heißt es „tschüß Satara!“

Auf dem Weg sehen wir viele verschiedene Vögel. Christoph meint: „wir werden jetzt Birder, denn das ist ja hier das völlige Vogelparadies“. Meinen Einwand, dass wir die Vögel zwar sehen, aber nicht einordnen können – hält er für völlig zweitrangig...

Wir beschließen bei Tshokwane nicht den direkten Weg nach Lower Sabie sondern einen Umweg über die S36 zu machen. Dort hatten wir vor ein paar Tagen das Löwenrudel gesehen. Sehnsüchtig starren wir aus dem Fenster, aber die Löwen lassen sich nicht herbeihypnotisieren.

Dafür sehen wir Elefanten. Und noch mehr Elefanten. Mit Kälbern. Sie kommen nacheinander aus dem Busch, laufend trompetend aufeinander zu. Manche fressen, andere bespritzen sich mit Schlamm oder rennen durch die Gegend. Elefantenparty! Auf einmal sehe ich eine Hyäne. Wir fahren näher ran, aber sie hat keinen Bock auf uns und haut ab. Fotografieren konnten wir sie trotzdem. Ätsch! Da wir nun eine andere Position haben, sehen wir zwei Wasserbüffel, die seelig im Matsch liegen. Noch. Denn die Elefantenherde kommt auf sie zu. Jetzt sind wir gespannt. Die Wasserbüffel nicht, denn sie ahnen wohl, dass sie den Kürzeren ziehen und gehen.

 

Doch die Elefanten rücken auch uns auf die Pelle. Hinter uns tauchen die ersten Eles auf und Chris fährt langsam vorwärts. Ein weiteres Auto beobachtet ebenfalls das Spektakel. Die Lady fährt an uns ran und meint: „It’s not an convenient place in the middle of a breeding herd“. Hmmm... stimmt.

Nur tauchen auf dem Dickicht zwei Nashörner auf, die im Schlamm baden wollen. Auf die geht die Elefantenherde nun zu. Das wird spannend! Besonders, da auch immer noch einige Tiere auf uns zugehen. Ich bin völlig unentspannt. Und versuche, meinen lässig weiter fotografierenden Ehemann unter Morddrohungen („wenn die Elefanten Dich nicht umbringen, dann tu ich es!“) zum vorwärts fahren zu bewegen. Mein Ehemann ist stur. Die Nashörner auch. Doch die Elefanten haben offenbar ihren großzügigen Tag und lassen die Nashörner in Ruhe. Ob aus Respekt vor den Elefanten oder aus Angst vor mir – keine Ahnung – aber auch Chris gibt auf und fährt ein Stückchen weiter. So, dass wir auch sicherer Entfernung die Elefanten beobachten können.

 

Nach dieser Show erklärt Chris seine kurze Karriere als „Birder“ für beendet. Und auch unser Satara-Pech für vorbei. Zumindest heute hat er damit recht. Denn kurz vor Lower Sabie sehen wir an der Straße zwei weibliche Löwinnen durchs Dickicht schleichen. Eine dritte folgt mit etwas Abstand. Okay, sie befinden sich definitiv nicht in Fotolaune (sondern wohl eher auf Jagd). Aber immerhin! Kurz drauf sehen wir ein Hippo an Ufer des Sabie Rivers grasen. Unfassbar bei den Temperaturen! Es sind immerhin 37 Grad und das Vieh steht in der prallen Sonne. In den letzten zwei Jahren hat sich durch die Dürreperiode die Population der Hippos im Kruger NP deutlich verringert. Wir sind deshalb ziemlich froh (endlich) eines zu sehen.

 

Der Check In bei Lower Sabie klappt gut. Blöd nur, dass im gesamten Camp die Power Supply zusammengebrochen ist. Aber als wir zu unserem Zelt (Nr. 25) kommen, ist der Strom wieder da. Das Zelt liegt zwar in der zweiten Reihe, wir haben trotzdem einen Blick auf den Sabie. Dank wiederhergestelltem Strom können wir uns einen Kaffee machen und genießen den Ausblick auf der Terrasse. Den rein können wir nicht. Im Zelt sind es sicher noch zehn Grad mehr als außen. Doch die Verkleidung vor den Fenstern können wir auch nur teilweise runterlassen, das die Moskitonetze vor den Fenstern große Löcher haben. So ist nichts mit Hitze rauslassen, sobald es dunkel wird. Insgesamt sind die Zelte zwar schön gelegen, aber dürftig ausgestattet. Neben den löchrigen Mossis, gibt es nur ein Handtuch pro Person, keinen Badvorleger, der Kühlschrank ist im Zelt. „Typisch Lower Sabie“, meint Chris. „Schön gelegen, aber sonst ein besch... Camp“. Leider hat er recht!

 

Da es uns zu heiß zum Kochen ist, gehen wir auf die schöne Terrasse ins Camp Restaurant „Muggs & Beans“. Hier hat man einen bezaubernden Blick über den Sabie River – für mich ganz persönlich (!) ist der Sabie der Inbegriff für Afrika. Auch Chris ist der Meinung „der Ort hier ist einfach magisch“. Die gesamte Szenerie mit den warmen Farben, wirkt wie in einem der Afrikafilme aus den 50er Jahren. So kitschig! Soooo schön! Und dazu kommen noch Hippos, die grunzen fressen, ins Wasser steigen und wieder hinaus. Auf den Sabie ist einfach Verlass! Dieser Moment hier ist es wert!

Wieder in die Realität geholt werden wir, als das Essen kommt. Es ist kalt. Und ein wenig labbrig. Geschmacklich okay, wenn man es uns sofort nach Zubereitung serviert hätte. Auf Muggs & Beans ist eben auch Verlass....

Weiterlesen 4. Teil von unserer Südafrika Rundreise
 

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